Die vom Smog geplagte Poebene
Es ist bekannt, dass die Po-Ebene in Norditalien stark unter Smog leidet – der Luftverschmutzung, die durch Industrie und Autoverkehr verursacht wird. Die Po-Ebene ist an drei Seiten von den Bergen der Alpen und des Apennins umgeben und hat die Form einer Senke. Solange kein starker Wind weht (insbesondere im Sommer), bleibt die Luft hier tagelang oder sogar wochenlang stehen und wird dabei immer schmutziger.
Maßnahmen
Immer häufiger – und aufgrund des Klimawandels auch früher im Jahr – müssen die Städte in der Ebene Maßnahmen ergreifen, die vor allem den Autoverkehr einschränken. Dabei ist der Grad der Verschmutzung, den ein bestimmter Fahrzeugtyp verursacht, ausschlaggebend. Hierfür gibt es die Schadstoffklassen der EU-Abgasnorm, und insbesondere Dieselautos sind davon betroffen.
Um Probleme zu vermeiden (stellen Sie sich vor, Sie müssen ins Krankenhaus, dürfen aber mit Ihrem Auto nicht in die Stadt fahren…), haben wir unseren Diesel bereits vor Jahren verkauft. Auch Urlauber sollten mögliche Einschränkungen im Blick behalten.
In diesem Artikel erklären wir die aktuellen und geplanten Verkehrsbeschränkungen, die verschiedene Städte und Regionen durchsetzen wollen.
Verkehrsbeschränkungen
Fahrverbote und Umweltzonen sind in Italien längst keine Neuheit mehr. Doch mittlerweile gehen einige Regionen des Landes sogar über die strengsten deutschen Regelungen hinaus. In der Region Lombardei, zu der auch Mailand gehört, ist es mit einem Euro-5-Diesel nicht mehr erlaubt, eine Stadt oder ein Dorf zu befahren. Piemont wird später in diesem Jahr eine ähnliche Maßnahme einführen.
Mailand
Mailand hatte bereits zuvor Teile des Zentrums für Dieselautos der Kategorie Euro 5 oder niedriger gesperrt. Nun folgen alle weiteren Orte der Region – insgesamt 209 Gemeinden. Auf Autobahnen und Provinzstraßen darf man mit einem solchen Motor noch fahren, doch die Zentren der Städte und Dörfer sind nun tabu. Je größer der Ort, desto weiter außerhalb muss das Auto abgestellt werden
Wer unbedingt mit dem Auto ins Zentrum von Mailand fahren möchte, sollte sich diese Website comune.milano.it/de/aree-tematiche/mobilita/area-c genau anschauen.
Piemont
Die Region Piemont wird ab dem 1. Oktober 2025 eine ähnliche Regelung einführen. Die Stadtverwaltungen hätten dies bereits 2023 und 2024 umsetzen wollen, doch nach Protesten kam es zu mehreren Verschiebungen. Die Einhaltung der Verbote wird übrigens automatisiert durch Kameras kontrolliert, die die Kennzeichen scannen.
Ein Wirrwarr an Regeln – Unterschiede von Stadt zu Stadt
Wer sich mit den Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotor beschäftigt, kann sich dafür getrost einen Tag freinehmen. Die Unterschiede zwischen den Städten sind kaum noch nachvollziehbar. Bei starker Smogbelastung, wie Anfang dieses Monats rund um Mailand, gilt beispielsweise sofort ein komplettes Fahrverbot für Dieselautos der Euro-4-Norm oder niedriger. Dazu kommen Maßnahmen wie ein Verbot von Holzheizungen. Solche kurzfristigen Fahrverbote gibt es übrigens schon lange in verschiedenen italienischen Städten.
Manchmal gibt es ein generelles Fahrverbot, manchmal betrifft es nur eine bestimmte Straße, bestimmte Uhrzeiten oder bestimmte Jahreszeiten. Die Verbote werden nach einem Farbsystem verschärft – von Grün über Gelb bis Rot. Jede Farbe steht für ein strengeres Verbot, je nachdem, wie schlecht die Luftqualität ist.
Und das betrifft bislang nur den Personenverkehr. Die Regelungen für den Güterverkehr sind zahlreich, von Ort zu Ort unterschiedlich und ändern sich ständig.
Je weiter südlich, desto lockerer
Grundsätzlich gilt: Je weiter südlich, desto weniger streng sind die Regeln noch. In Rom wird es ab dem 1. November verboten sein, mit einem Euro-4-Diesel oder älter in die Stadt zu fahren. Schon lange gibt es dort autofreie Sonntage, an denen die Stadt nahezu komplett für den Autoverkehr gesperrt ist. Für 2025 sind diese Tage:
• 26. Januar 2025
• 16. Februar 2025
• 23. März 2025
ZTL-Zonen
Jeder, der schon einmal in Italien war, kennt die ZTL-Zonen in den Innenstädten, die für den Autoverkehr gesperrt sind. Das hat zu riesigen Verbotsschildern und einer ebenso langen Liste von Ausnahmen geführt. Mit den neuen Maßnahmen für Autos mit Verbrennungsmotor werden diese Schilder nur noch größer. Die Wahrscheinlichkeit, unwissentlich eine Strafe nach Hause geschickt zu bekommen, steigt damit ebenfalls rapide.
Und nun?
Tja, wer mit dem eigenen Auto nach Italien fährt, stellt sich ohnehin einer Herausforderung. Wer sich weniger Sorgen machen möchte, könnte über eine unserer Bahnreisen mit einem Elektro-Mietwagen am Zielort nachdenken. Über reisen in Italien mit einem Elektroauto lesen Sie alles hier: italy-blog.com/italien-blog/italien-elektroauto-reisefuhrer
Quelle: ilgiornale.nl
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