Morto un papa, se ne fa un altro – kaum ein Sprichwort könnte derzeit passender sein. Wörtlich bedeutet es, dass es keine so wichtige Person gibt, die nach ihrem Tod nicht ersetzt werden könnte. Im weiteren Sinne heißt es: Wenn jemand aus unserem Leben verschwindet – zum Beispiel ein Partner –, dann ist jemand anderes bereit, seinen Platz einzunehmen. Das Sprichwort stammt aus „Vita dei campi“ von Giovanni Verga.
Hier eine Auswahl von 10 weiteren Sprichwörtern über Kirche, Glauben und andere heilige Themen:
1. Sa più il papa e un contadino, che il papa solo
Der Papst und ein Bauer wissen mehr als der Papst allein
Bedeutung: Zwei Köpfe wissen mehr als einer. Auch einfache Leute können wertvolle Beiträge leisten. Es lohnt sich, auf die Erfahrung und Weisheit aller zu hören – auch der Untergebenen.
Herkunft: Altes volkstümliches Sprichwort aus dem Mittelalter.
Varianten:
Toskana: Zwei Bauern wissen mehr als ein Gelehrter
Italienweit: Ein Weiser und ein Narr wissen mehr als ein Weiser allein
2. Dov’è il Papa, ivi è Roma
Wo der Papst ist, da ist Rom
Bedeutung: Menschen verleihen Orten Bedeutung, nicht umgekehrt. Rom ist berühmt wegen des Papstes – nicht andersherum. Ursprünglich stand anstelle des Papstes der Kaiser.
Herkunft: Vom lateinischen Ausdruck „Roma ilic est ubi est imperator“.
Variante:
Latium: Wo der Papst ist, da ist Rom
3. In chiesa coi santi e in taverna coi ghiottoni
In der Kirche mit den Heiligen, in der Taverne mit den Schlemmermäulern
Bedeutung: Jeder Ort hat die Gesellschaft, die zu ihm passt – und jeder Mensch seinen Platz. In der Kirche trifft man auf Heilige, in der Taverne auf Genießer.
Herkunft: Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, Hölle, Gesang XXII, Vers 14–15. Die Redewendung unterstreicht, dass jeder Ort seine angemessene Gesellschaft hat.
4. Scherza coi fanti e lascia stare i santi
Soldaten darf man scherzen, mit Heiligen nicht
Bedeutung: Man kann über Weltliches scherzen, nicht aber über das Heilige. Heilige Themen sind kein Gegenstand des Spottes.
Herkunft: Mittelalterliches Sprichwort, abgeleitet vom lateinischen „Noli miscere sacra prophanis“.
Variante:
Italienweit: Vermische nicht das Heilige mit dem Profanen
5. I santi non mangiano
Heilige essen nicht
Bedeutung: Heilige leben geistlich, nicht körperlich – und brauchen daher keine Nahrung. Gleichzeitig ein Aufruf zur Vorsicht gegenüber Sekten oder Pseudo-Heiligen, die finanzielle Beiträge fordern.
Herkunft: Altes toskanisches Sprichwort.
Variante:
Toskana: Engel pinkeln nicht
6. Quando Dio non vuole, i Santi non possono
Gott es nicht will, können auch die Heiligen nichts tun
Bedeutung: Niemand kann sich Gottes Willen widersetzen – auch nicht die Heiligen. Selbst ihre Fürsprache nützt nichts, wenn es Gott nicht will.
Herkunft: Mittelalterliches Volkssprichwort, das die Allmacht Gottes betont.
Varianten:
Italien: Wenn Gott es nicht will, hilft kein Heiliger
Rom: Wenn der liebe Gott nicht will, können die Heiligen nichts machen
7. Dio non fa mai chiesa, che il diavolo non ci pianti la sua cappella
Gott baut keine Kirche, ohne dass der Teufel seine Kapelle danebenstellt
Bedeutung: Selbst gutgemeinte Taten können unerwünschte Folgen haben. Wo Gutes entsteht, ist auch das Böse nicht weit.
Herkunft: Altes ländliches Sprichwort aus dem religiösen Volksglauben.
8. A Roma, Dio non è trino, ma è quattrino
In Rom ist Gott nicht dreifaltig, sondern ein Geldstück
Bedeutung: Wortspiel mit „trino“ (dreifaltig) und „quattrino“ (Geldstück). In Rom zählt das Geld mehr als die Dreifaltigkeit. Kritik an materieller Gier vor spirituellen Werten.
Herkunft: Wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert, entstanden im römischen Volksmund.
9. Quel che si fa per il bene non dispiace a Dio
Was man aus guten Absichten tut, missfällt Gott nicht
Bedeutung: Wenn eine Handlung mit guten Absichten erfolgt, wird sie von Gott wohlwollend gesehen – auch wenn die Mittel fragwürdig sind.
Herkunft: Mittelalterliches Sprichwort mit christlich-moralischer Prägung.
10. Solo dir posso ch’è mio, quanto godo e do per Dio
Mein ist nur das, was ich genieße und Gott gebe
Bedeutung: Besitz hat nur dann einen Wert, wenn er innere Ruhe bringt oder für gute Taten verwendet wird – etwa für wohltätige Zwecke.
Herkunft: Toskana, Mittelalter, ebenfalls christlich-moralisch geprägt.
Quelle: virgilio.it
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