Von den Ufern der Adria bis zu den Apenninen, von den Hügeln des Montefeltro bis zu den Picener Landen, vom Monte Conero bis nach Macerata und Fermo – die Marken sind ein wahres Mosaik aus geschichtsträchtigen Dörfern.
Von den Ufern der Adria bis zu den Apenninen, von den Hügeln des Montefeltro bis zu den Picener Landen, vom Monte Conero bis nach Macerata und Fermo – die Marken sind ein wahres Mosaik aus geschichtsträchtigen Dörfern.
In den kleinen Orten der Region scheint das Mittelalter noch lebendig zu sein: auf Hügelkuppen oder in grünen Tälern gelegen, in Meeresnähe oder mit Blick auf die Berge – die Dörfer der Marken verzaubern mit ihrer jahrtausendealten Geschichte.
1. Arcevia (Ancona)
Nur wenige Kilometer vom Sandstrand von Senigallia entfernt, liegt Arcevia auf dem Monte Cischiano. Es wird von einer mächtigen Stadtmauer aus dem 13. bis 16. Jahrhundert geschützt, von der noch vier Stadttore und einige Türme erhalten sind.
Im malerischen historischen Zentrum lohnt sich der Besuch der Stiftskirche San Medardo mit Werken von Luca Signorelli, der Della Robbia, Claudio Ridolfi und Gian Battista Salvi. Ebenfalls sehenswert: das kleine architektonische Juwel Teatro Misa (1840–1845) und das Archäologische Museum, das die Geschichte der Gegend erzählt.
Nicht verpassen sollte man die neun Burgen von Arcevia: Avacelli, Castiglioni, Caudino, Loretello, Montale, Nidastore, Palazzo, Piticchio und San Pietro in Musio.
Webseite: www.arceviaturismo.it
2. Cingoli (Macerata)
Cingoli liegt auf dem Monte Circe in 631 m Höhe und wird auch „der Balkon der Marken“ genannt. Als antikes römisches Municipium ist es der Geburtsort von Papst Pius VIII. Das historische Zentrum ist geprägt von Adelspalästen und Kirchen.
Zu besichtigen: die Kathedrale Santa Maria Assunta, die Kirchen San Niccolò, San Filippo Neri (barock) und San Domenico mit einem Gemälde von Lorenzo Lotto.
Weitere Highlights: der Palazzo Municipale, Palazzo Castiglioni (Geburtsort des Papstes), Palazzo Puccetti und Palazzo Conti. Ein Muss ist das Archäologische Museum.
Außerhalb der Stadtmauer liegt das Heiligtum der Heiligen Sperandia mit dem Leichnam der Heiligen sowie die Stiftskirche Sant’Esuperanzio mit zahlreichen Kunstwerken.
Cingoli bietet nicht nur Geschichte und Architektur, sondern auch Naturerlebnisse und regionale Spezialitäten wie die Distel-Parmigiana oder den traditionellen Weihnachtskuchen „Serpe“.
3. Corinaldo (Ancona)
Corinaldo thront auf einem Hügel im Landesinneren von Senigallia und zählt zu den schönsten Dörfern der Marken. Die Stadtmauer von 1367 gehört zu den imposantesten der Region, mit Toren, Türmen und Bastionen.
Charakteristisch: die „Piaggia“ oder „Cento Scale“ (Hundert Stufen), das malerischste Eck im mittelalterlichen Zentrum.
Sehenswert: das Heiligtum der Heiligen Maria Goretti mit einer Reliquie, das Geburtshaus der Heiligen, die Kirchen Addolorata, Suffragio und San Francesco (17. Jh.).
Zu den zivilen Gebäuden gehören das Rathaus (18. Jh.) und das Theater Carlo Goldoni mit bemalter Decke und edler Ausstattung.
Nicht verpassen: die Städtische Kunstsammlung Claudio Ridolfi und den Raum für Tracht und Volkskultur mit Repliken aus dem 16. Jahrhundert – getragen bei der historischen Nachstellung „Contesa del Pozzo della Polenta“, die an den Sieg von 1517 über das Heer des Herzogs von Urbino erinnert.
Typisch für Corinaldo: die weihnachtlichen „Pecorelle“-Kekse.
4. Frontino (Pesaro-Urbino)
Gelegen am Monte Carpegna und Teil des Naturparks Sasso Simone e Simoncello, ist Frontino der kleinste Ort der Provinz Pesaro-Urbino.
Wahrzeichen ist das Kloster Montefiorentino (13. Jh.), das der Überlieferung nach von Franz von Assisi gegründet wurde. Die Renaissance-Kapelle der Grafen Oliva (1484) gilt als Meisterwerk.
Weitere Sehenswürdigkeiten: das Kloster San Girolamo und die mittelalterliche Wassermühle mit dem Brotmuseum.
5. Gradara (Pesaro-Urbino)
Gradara zählt zu den schönsten befestigten Dörfern Italiens und liegt malerisch in den Hügeln des Montefeltro mit Blick auf die Riviera Romagnola.
Vom Meer aus sichtbar thront die Burg über dem Ort – ein Beispiel mittelalterlicher Architektur. Der Ort war ein Knotenpunkt zwischen Meer und Hügeln.
Romantisch: die „Spaziergänge der Verliebten“ und die Waldpfade von Paolo und Francesca, Protagonisten einer tragischen Liebesgeschichte.
Nicht verpassen: das Historische Museum, Palazzo Rubini Vesin, das Kommunaltheater und ein Bummel durch die mittelalterlichen Gassen mit ihren kleinen Läden.
6. Grottammare (Ascoli Piceno)
Grottamare, ein wunderschönes Fischerdorf an der Riviera delle Palme, bietet 5 km Strand, einen mit Palmen, Oleander und Orangen gesäumten Boulevard und mittelalterliches Flair.
Highlights: die Kirchen Sant’Agostino und Santa Lucia (Geburtsort von Papst Sixtus V), das Theater dell’Arancio, der Priorenpalast und die Altana dell’Orologio.
Das historische Zentrum liegt über 100 m hoch mit der Piazza Peretti im Mittelpunkt, geschmückt von der Kirche San Giovanni Battista. Empfehlenswert: die herrliche Radstrecke entlang der Küste.
7. Macerata Feltria (Pesaro-Urbino)
Am Schnittpunkt von Marken, Toskana und Romagna liegt Macerata Feltria, ein Juwel des Montefeltro.
Zu sehen: die Kirche San Michele Arcangelo mit einem Kreuz von 1396, die Kirche Santa Chiara, der Palast Antimi Clari (18. Jh.), das Theater „A. Battelli“ (1932), das Thermalbad Pitinum Termae und das mittelalterliche Kastell mit der Civica-Turmspitze.
In der Nähe: die romanische Kirche San Cassiano in Pitino und die Ausgrabungen von Pitinum Pisaurense.
8. Mondavio (Pesaro-Urbino)
Mondavio, mit einem der am besten erhaltenen Altstädte der Marken, liegt auf einem 280 m hohen Hügel und ist von einer 780 m langen Mauer umgeben.
Wichtigstes Bauwerk: die Festung (1482–1492), heute ein Museum mit historischen Kostümen und Waffen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.
Weitere Sehenswürdigkeiten: der Palast der Malatesta, das Rathaus, die Kollegiatkirche SS. Pietro e Paterniano, das mittelalterliche Palast der Comunanza und das Theater Apollo (18. Jh.).
Typisch: „Tacconi“, hausgemachte Pasta aus Bohnenmehl.
9. Mondolfo (Pesaro-Urbino)
Mondolfo ist ein historisches Hügeldorf mit doppelter Stadtmauer. Mittelpunkt ist die große Piazza mit dem Rathaus und dem 1931 errichteten Turm.
Der Ort bietet viele architektonische Schätze: die Pfarrkirche Santa Giustina (1635 zur Kollegiatkirche erhoben), der Palazzo Giraldi Della Rovere (16. Jh.), Palazzo Peruzzi (Renaissance) und die kleine Kirche San Giovanni Decollato (17. Jh.).
Ein Muss: der Aussichtspunkt mit Blick von Marotta bis zum Monte Conero. Typisch sind Olivenöl und Wein der Region.
10. Montecassiano (Macerata)
Im Herzen der Hügellandschaft von Macerata liegt Montecassiano mit mittelalterlichem Flair, nur wenige Kilometer von Macerata und Recanati entfernt.
Das Zentrum, umgeben von Stadtmauern und durch drei Tore zugänglich, hat mit der Piazza Unità d’Italia einen wunderschönen Hauptplatz mit bedeutenden Gebäuden.
Sehenswert: die Kollegiatkirche Santa Maria Assunta, der Palazzo dei Priori – das Wahrzeichen des Ortes. Typisch: „Sughetti“, eine süße Polenta aus Traubenmost, Maismehl und Walnüssen.
Quelle: corriere.it


