Der Zweite Große Mafiakrieg auf Sizilien
Zwischen 1981 und 1984 fand in Sizilien der sogenannte Zweite Mafiakrieg statt (der erste Großer Mafiakrieg war in 1962–1963). Es war ein interner Konflikt innerhalb von Cosa Nostra, der und zur Vorherrschaft des Clans der Corleonesi führte. Der Konflikt entstand aus einer starken internen Instabilität innerhalb der Mafiaorganisation, die durch die enormen neuen Interessen im internationalen Heroinhandel und die neuen Ambitionen der Corleone-Fraktion unter der Führung von Totò Riina, Bernardo Provenzano und Leoluca Bagarella erschüttert wurde.
Der Clan der Corleonesi und Totò Riina
In diesen Jahren stieg der „Clan der Corleonesi“ auf und festigte seine kriminelle Macht durch zahlreiche Morde. Zu den Opfern von Cosa Nostra gehörten auch Persönlichkeiten wie Pio La Torre, der Hauptarchitekt des Gesetzes Rognoni-La Torre, sowie der General der Carabinieri, Carlo Alberto dalla Chiesa. In 2007 strahlte Canale 5 eine sechsteilige italienische Fernseh-Miniserie aus über das Leben von Salvatore Riina, alias Totò u Curtu, mit dem Titel ’Il capo dei capi’, Der Boss der Bosse. Sehr empfehlenswert trotz der gnadenlosen Gewalttätigkeit.
Das Brettspiel La Famiglia
Aber jetzt gibt es auch ein Brettspiel, in dem du den Mafiakrieg nachspielen und – wer weiß – ein neuer Totò Riina werden kannst. Das Spiel heißt „La Famiglia“ und wurde von dem deutschen Designer Maximilian Thiel entworfen. Laut die Webseite des Verkäufers „tretet ihr in La Famiglia” in Teams (2 gegen 2) gegeneinander an, um die Kontrolle über Sizilien zu übernehmen. Sechs verschiedene Mafiafamilien, jede mit speziellen Fähigkeiten, stehen euch zur Verfügung. Das Kampfsystem ist sowohl einfach als auch innovativ, was jeden Kampf zu einem spannenden psychologischen Duell macht. Das Team, das seine Fähigkeiten am besten kombiniert und koordiniert, wird schließlich über Sizilien herrschen”.
Die Kritik aus Italien
Leider wurde das Spiel in Italien nicht gut aufgenommen: Die Schwester von Giovanni Falcone hat öffentlich ihre Unzufriedenheit über das Spiel geäußert. „Ich verstehe nicht, wie es möglich ist, dass jemand an ein solches Spiel gedacht hat“, sagt Maria Falcone. „Es spielt mit den Gefühlen derjenigen, die ihr Leben verloren haben, um dem Staat zu dienen. Ich verstehe solche Dinge nicht, die so viel Leid in Sizilien verursacht haben und die sich auf den Schmerz vieler Menschen beziehen.“
Auch Alessandro De Leo von Forza Italia hat einen Brief an den Präsidenten der Region Sizilien, Renato Schifani, geschickt, um die Kommerzialisierung dieses umstrittenen Brettspiels zu denuncieren, das auf diese Weise die Geschichte der organisierten Kriminalität in Sizilien banalisieren soll.
Wie dem auch sei, wenn die Argumente von Maria Falcone und anderen Sie nicht davon abhalten, das Spiel zu kaufen, dann ist es vielleicht der Preis: 90 €.
Brunnen: https://palermo.corriere.it
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