Am 4. November feiert Italien den Giornata dell'Unità Nazionale e delle Forze Armate („Tag der nationalen Einheit und der Streitkräfte“) – ein Tag mit tiefgreifender historischer Bedeutung. Für den Durchschnittsbürger ist es auch eine gute Gelegenheit, ein langes Wochenende zu genießen.
Historischer Hintergrund
Am 4. November 1918 trat das Waffenstillstandsabkommen von Armistizio di Villa Giusti in Kraft, mit dem das Kaiserreich Österreich-Ungarn die Kampfhandlungen an der italienischen Front einstellte.
Diese Beendigung der Kampfhandlungen machte es möglich, dass die Regionen Trient und Triest dem italienischen Staatsgebiet angeschlossen wurden – was als Vollendung des Risorgimento-Prozesses gesehen wird.
Bereits 1921 wurde der „Milite Ignoto“ (der unbekannte Soldat) im Monument des Altars des Vaterlands (Altare della Patria) in Rom beigesetzt, als Symbol für alle Gefallenen.
Mit dem königlichen Dekret vom 23. Oktober 1922 wurde der 4. November offiziell zum Nationalfeiertag erklärt.
Heute erinnert dieser Tag nicht nur an den Abschluss des Ersten Weltkriegs für Italien, sondern auch an die Bedeutung der Streitkräfte und an die Einheit der Nation.
Bedeutung im Heute
Obwohl der Tag heute offiziell eine „zivile Feierlichkeit“ ist und nicht mehr generell ein arbeitsfreier Feiertag für alle ist (in vielen Fällen sind Arbeit und Schule nicht automatisch ausgesetzt) – sein Symbolwert bleibt hoch:
Er ist Anlass für offizielle Zeremonien, Kranzniederlegungen und Gedenken an Gefallene.
Er stellt eine Verbindung her zwischen nationaler Einheit, historischen Opfern und der Gegenwart Italiens als demokratischer Staat.
Das Phänomen „Ponte“ (Brücke / verlängertes Wochenende)
Im italienischen Sprachgebrauch versteht man unter einem „Ponte“ (wörtlich „Brücke“) ein verlängertes Wochenende bzw. eine freie Zeitspanne, die man sich durch geschicktes Einsetzen eines freien Tages zwischen einem Feiertag und dem Wochenende schafft.
Was heißt „fare il ponte“?
Wenn ein Feiertag wie der 4. November auf einen Wochentag fällt (wie jetzt), verbinden viele Italiener den Tag mit dem Wochenende – entweder durch einen Brückentag davor oder danach.
Unternehmen, Schulen oder Einzelpersonen überlegen oft, wie sie durch einen solchen Feiertag eine längere Pause gestalten können, insbesondere im Herbst, wenn das Wetter noch mild ist.
In der Praxis hängt die Möglichkeit, „den Brückentag zu machen“, von Betriebszyklen, Urlaubspolitik und individuellen Arbeitsverträgen ab – daher variiert die Effektivität eines solchen „ponte“.
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